Oftmals stellt sich die Frage, worin sich das eheähnliche Zusammenleben, auch bekannt als Konkubinat, von der Ehe unterscheidet. Die jeweiligen Zivilstände bieten unterschiedliche Vor-und Nachteile. So werden z.B. verheiratete Paare bei den Steuern gemeinsam veranlagt, im Konkubinat ohne Kinder allerdings nicht, dies führt oftmals zu einer tieferen Steuerbelastung für die beiden Konkubinatspartner.  Dafür ist aber beispielsweise die rechtliche Absicherung, welche durch die Ehe klar definiert wird beim Konkubinat nicht gegeben. Hier möchten wir Ihnen die Unterschiede im Bereich der Sozial-und Privatversicherungen näher erläutern.

 

1. Säule AHV/IV

Hier gibt es wesentliche Unterschiede. So erhalten verheiratete Paare nach der Pensionierung je eine Einzelrente welche zusammen total höchstens Fr. 3525.- pro Monat beträgt. Die maximale Rente für eine unverheiratete Person beträgt dagegen Fr. 2350.- pro Monat, für ein Konkubinatspaar also insgesamt Fr. 4700.- wodurch die unverheirateten deutlich bessergestellt sind.

Im Todesfall sind Konkubinatspaare allerdings im Nachteil, da die AHV keine Witwen- oder Witwerrenten für unverheiratete Personen vorsieht.

 

2. Säule Pensionskasse

Im Gegensatz zur AHV kennt die Pensionskasse keine Kürzung der Altersrente für verheiratete Personen, somit ergibt sich hier kein Unterschied zwischen der Ehe und dem Konkubinat.
Wichtig ist es jedoch für Konkubinatspaare die Hinterbliebenenleistungen zu überprüfen: Die Leistung der Pensionskasse im Todesfall hängt stark vom Reglement der Vorsorgeeinrichtung ab. Ob der unverheiratete Lebenspartner eine Witwen- oder Witwerrente erhält kann nicht pauschal gesagt werden, sondern muss im Einzelfall geprüft werden. Vorsorgeeinrichtungen welche dem Partner eine Rente zusprechen bestehen häufig auf den Nachweis einer bestimmten Beziehungsdauer. Oftmals muss z.B. ein gemeinsamer Wohnsitz während den letzten fünf Jahren nachgewiesen werden. Ein Konkubinatsvertrag kann hierbei auch ein hilfreiches Beweismittel sein.

 

3. Säule Private Vorsorge

In der Säule 3a gibt es eine gesetzliche Begünstigungsreihenfolge. Im Ersten Rang ist immer der überlebende Ehepartner, an zweiter Stelle stehen die Kinder sowie unter Umständen der Partner/ die Partnerin. Hier könnte man die Begünstigung im Detail regeln. Im Bereich der Säule 3b ist die Begünstigung sogar ab der ersten Position wählbar, hiermit kann der Konkubinatspartner z.B. im Todesfall abgesichert werden.

 

Grundsätzlich hat sowohl die Ehe wie auch das Konkubinat seine rechtlichen Vor-und Nachteile. Mit der richtigen Vorsorgeplanung sollte der Zivilstand nicht zum Problem werden. Ob verheiratet oder nicht, eine sinnvolle Abdeckung ist in jedem Fall realisierbar. Gerne besprechen wir mit Ihnen Ihre Situation und zeigen Ihnen die Unterschiede auf.

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Kommentare

Lothar Herbert Oehmen sagt

wie ist das mit dem Konkubinat, wo ein Mitglied arbeitet, das andere nicht aber ein schulpflichtiges Kind von 20 Jahren hat, das im gleichen Haushalt lebt?

antwortet

Samuel Clemann sagt

Guten Tag Herr Oehmen
Herzlichen Dank für Ihren Kommentar.
Es kommt sehr auf Ihre individuelle Situation und auf Ihre Bedürfnisse an. Grundsätzlich:
In der ersten Säule können Sie sich nicht gegenseitig absichern. In der Pensionskasse wäre es sehr sinnvoll, das Reglement zu bestellen und den/ die LebenspartnerIn zu begünstigen. Falls Sie Lebensversicherungen haben, können Sie im 3a an zweiter Stelle den Konkubinatspartner einsetzen anstelle des Kindes und bei 3b Versicherungen sind Sie ganz frei mit der Begünstigung. Allerdings ist es bei nicht gemeinsamen Kindern wichtig, eine Pflichtteilsverletzung zu verhindern. Wenn Sie gemeinsames Wohneigentum haben ist sicher auch ein Testament und Vorsorgeauftrag sinnvoll und eine Tragbarkeitsberechnung für den Fall IV, Tod und Pension.
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