20 Jahre lang hat ein Finanzplaner tausende von Haushalten analysiert und dabei immer wieder die gleichen Fehler gefunden. Wer diese vermeidet kann langfristig ein kleines Vermögen sparen.

“Nach so vielen Jahren erkennt man gewisse immer wiederkehrende Muster und Fehleinschätzungen. Da das Thema Versicherungen und Finanzen kompliziert ist, sind Fehler auch praktisch nicht zu vermeiden.
Verständlicherweise sind deshalb suboptimale Lösungen bei den meisten Menschen eher die Regel als die Ausnahme!”
Samuel Clemann, eidg. dipl. Finanzplaner und Betriebswirtschafter NDS HF

 

 

1. Fehler: Die falschen Versicherungen abschliessen

Weit über CHF 200’000.- gibt ein Durchschnittshaushalt bis zur Pensionierung aus für Versicherungen. Meine persönliche Schätzung ist, dass Privathaushalte in diesem Bereich übers Arbeitsleben verteilt mindestens CHF 30’000.- «verschenken» aufgrund von Fehlentscheiden. Darum lohnt es sich doch, etwas genauer darüber nachzudenken?

 

Der generelle Umgang mit Versicherungen ist nicht optimal. Erstaunlich selten ist der Fokus auf die empfindlichen existenziellen Risiken gerichtet, sondern viel zu oft auf Nebensächlichkeiten. Selbst Fachleute legen zu oft das Augenmerk auf die “falschen” oder weniger wichtigen Risiken. Dies hat unter anderem mit einem typischen menschlichen Denkfehler, der Verfügbarkeitsheuristik zu tun.

 

Beispiel Verfügbarkeitsheuristik

Ohne dabei zu sehr in die Tiefe zu gehen, hier ein interessantes Beispiel. Danach kommen wir gleich zu den zwei wichtigen Grundsätzen, wie Sie Ihre Versicherungen optimieren können:

Unfälle sind dramatischer, führen zu mehr Schlagzeilen in den Medien und bleiben uns deshalb besser im Gedächtnis haften als Krankheiten.
Das führt dazu, dass das Unfallrisiko meist überversichert ist und bei Krankheiten Deckungslücken bestehen.

Gefahren werden instinktiv falsch eingeschätzt.

Woran denken Sie bei Invalidität?
Die meisten denken an Unfälle, Rollstuhl und Querschnittlähmung. Jedoch ist nur ca. einer von hundert IV-Bezügern querschnittgelähmt.

Invalidität wird 12 mal häufiger durch Krankheit als durch Unfall verursacht und mehr als die Hälfte davon sind psychische Krankheiten.

 

Um richtig versichert zu sein ist es deshalb wichtig, Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit rational zu berücksichtigen.

Zudem sollte man sich stets bewusst sein, dass in der Prämie der Versicherung auch folgendes enthalten ist:

  • Verwaltungs-, Beratungskosten und Gewinn
  • Versicherungsbetrugsfälle

“Grundsätzlich kosten Versicherungen im Schnitt mehr als das Risiko das sie abdecken. Deshalb sollten so wenige Versicherungen wie möglich abgeschlossen werden, aber so viele wie existenziell nötig.”

 

Darum führen diese zwei Grundsätze zu optimalem Versicherungsschutz:

 

1. Mensch vor Sache!

Was ist wichtiger: Ihre Gesundheit oder Ihr Fahrrad?

Ihr Ehepartner oder Ihr Auto?

Ihre Kinder oder Ihre Möbel?

In den meisten Haushalten sind “Sachen” besser versichert als Menschen! Wenn das Handy runterfällt soll es versichert sein und das Fahrrad, das gestohlen wird auch.

Jedoch kann ein gestohlenes Fahrrad unter Umständen noch ersetzt werden. Wenn aber pro Jahr CHF 30’000.- weniger Lohn “reinkommt” wegen Erwerbsunfähigkeit, könnte die Existenz der Familie bedroht sein.

Deshalb konsequent Mensch vor Sache stellen.

Nachfolgend die zwei in der Schweiz mit Abstand häufigsten Deckungslücken. Diese sollten Sie als allererstes anschauen: (oder einen Finanzplaner rechnen lassen)

  • Wie viel erhalte ich und meine Familie wenn ich invalid durch Krankheit werden sollte? (Eintrittswahrscheinlichkeit 12%)
  • Wie viel erhalte ich mit 65 Jahren monatlich zum leben? (Eintrittswahrscheinlichkeit 95%)

Diese Lücken zu schliessen trägt wesentlich mehr zu einer höheren Lebensqualität bei, als sämtliche “Sachen” zu versichern.

Natürlich gibt es aber auch existenzielle Risiken in der Sach- und Vermögenssicherung. Deshalb nun zum zweiten Grundsatz.

 

2. Gross- vor Kleinrisiko!

Ob die Zusatzversicherung einer Krankenkasse gut ist, richtet sich nicht danach, ob sie 100.- mehr ans Fitness Abo oder die Brille zahlt. Sondern viel eher, ob gewisse Deckungen, bei denen es “um Leben und Tod” geht enthalten sind. Die wichtigste Zusatzdeckung ist deshalb der Spitalzusatz.

Ein anderes Beispiel:
Zwei Drittel der Wohneigentümer im Kanton Bern sind nicht erdbebenversichert. Alle haben eine Hausratversicherung. Eine Hausratsumme von CHF 80’000.- zu versichern ist ungefähr gleich teuer wie eine Erdbebenversicherung über CHF 1 Mio.

Verbrennt der gesamte Hausrat, ist das bestimmt ein grosser Schaden, der nicht ohne weiteres gleichwertig ersetzt werden kann. Wenn aber ein Erdbeben das Haus zerstört und die Bank danach CHF 600’000.- Hypothekarschulden zurückfordert, bedeutet dies für die Meisten den Ruin. Deshalb könnte die Erdbebenversicherung als noch wichtiger angesehen werden als die Hausratversicherung.

Eine Versicherung soll vor allem existentiell bedrohliche Risiken decken. Wenn diese selten sind, ist die Prämie dementsprechend tiefer.

Deshalb: Grossrisiken vor Kleinrisiken absichern.

Welches sind die grössten Risiken und wie müsste man diese priorisieren?

 

Versicherungen nach Wichtigkeit sortiert

(Disclaimer: Der folgende Abschnitt ist nicht als generelle Handlungsempfehlung zu verstehen. Lassen Sie Ihre individuelle Situation analysieren und versichern Sie sich dementsprechend.)

Nach längerem Nachdenken und recherchieren ist diese Prioritätenliste entstanden. Die Liste berücksichtigt unter anderem auch die maximale Schadenshöhe und die Eintrittswahrscheinlichkeit. Je weiter oben, desto wichtiger ist es, diese Lücke zu versichern.

Obligatorisch sind:
Krankenkasse KVG
Motorfahrzeughaftpflicht

 

Je nach Lebenssituation sieht die Liste anders aus.

Ab Punkt 9 verzichtet der Autor momentan auf eine Deckung und trägt diese Risiken selbst.

1. Altersvorsorge. Sparen für die längsten Ferien
(Keine Versicherung, aber die allerwichtigste Lücke zum schliessen)

2. Privathaftpflichtversicherung (ev. mit Zusatz Fremdlenker usw.)
3. Absicherung bei Invalidität (Private IV-Rente in 3a-Säule)
4. Gebäudeversicherung inkl. Wasser und Erdbeben
5. Spitalzusatzversicherung Flex Modell mit Selbstbehalt
6. Rechtsschutzversicherung inkl. Cyber (Internetrechtsschutz)
7. Kinderversicherung Invalidität und Zusatzversicherung für Zahnspangen
8. Teilkasko Auto

9. Hausratversicherung
10. Zusatzversicherungen Krankenkasse ambulant
11. Todesfallrisiko für Haus und Familien Absicherung
12. Tierversicherung für Hund
13. Vollkasko Auto
14. Einfacher Diebstahl auswärts
15. Reiseversicherung
16. Fahrzeug- und Personen Assistance
17. Private Unfallversicherung
18. Hausratkasko
19. Insassenunfallversicherung Auto

 

Schlusstipp: Vergleichen spart zusätzlich Kosten!

Zum Teil sind die gleichen Leistungen doppelt oder dreimal so teuer versichert wie bei der günstigsten Lösung. Jedoch ist Qualität und Leistung ebenso entscheidend.

 

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